Narzissmus versus Nächstenliebe und Selbstwert

Wie man in einschlägiger Literatur lesen kann, ist die (vorallem westliche) Welt dabei, immer narzisstischer zu werden. Das ist eine erschreckende Tendenz, die durch die westlichen Sichtweisen, den westlichen Lebensstil, die Wohlstandsverwahrlosung, die beinahe jederzeitige Wunscherfüllung aller Bedürfnisse, die Bewunderung „der Besten“ in Sport, Wirtschaft usw. gefördert wird.

Was nun genau ist Narzissmus? Jeder von uns ist ein Stück weit narzisstisch, es gibt nur immer mehr Menschen, wo die narzisstische Neigung für ihre Mitmenschen belastend wird. Als narzisstisch gilt jemand, der EGOZENTRISCH ist, der keine EMPATHIE besitzt (= nicht merkt, was sein Verhalten bei anderen auslöst), der andere Menschen ENTWERTET (= durch das Entwerten fühlt sich der narzisstische Mensch besser) und er ist auf der anderen Seite extrem EMPFINDLICH (= reagiert gekränkt, beleidigt oder wütend auf jede kleinste Kritik). Das sind die vier „E’s“, die Reinhard Haller in seinem Buch „Die Narzissmusfalle“ als Kennzeichen eines Narzissten anführt.

empfindsam_sein

Anima-Symbol EMPFINDSAM SEIN

Der Narzisst ist also extrem empfindlich, aber er ist nicht empfindsam! Und, wie ich mehrfach gelesen habe, der Narzisst liebt, um selbst geliebt zu werden. Er hilft, um selbst gut dazustehen. Er tut nichts uneigennützig. Die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse und Befindlichkeiten steht immer im Mittelpunkt seines Denkens und Handelns.

Wir erleben gerade die Taifunkatastrophe auf den Philippinen. Hier können wir nur helfen, indem wir Geld spenden. Das ist gut und wir sollten es tun, denn mehr können wir hier an Hilfe nicht geben. Aber man kann sich mit Geldspenden nicht von der eigenen Verantwortung unseren Nächsten gegenüber freikaufen.

Daher sieht es in unserem eigenen Umfeld anders aus. Da sind wir ganz persönlich gefordert, hier sollten wir handeln, helfen, Hände reichen, da sein, jemanden unterstützen, beistehen. Und das mit all unseren Möglichkeiten und Mitteln. Wir sollten nicht dann helfen, wenn uns „danach ist“, wenn es für uns selbst „passt“, sondern dann wenn die Hilfe gebraucht wird. In diesem Moment und nicht irgendwann. Das braucht unsere Empfindsamkeit, unsere Empathie, unser Mitgefühl, unsere Nächstenliebe und mitunter das Überwinden unserer eigenen Schwächen.

Robert Adams und auch viele andere spirituelle Lehrer sagen es immer wieder: Mitgefühl, Demut und Dienen – ohne diese drei Tugenden gibt es kein Weiterkommen auf dem spirituellen Weg. Diesen Weg gehen wir mit Leichtigkeit wie von selbst, wenn wir

  • altruistisch statt egoistisch sind,
  • wenn wir empfindsam statt empfindlich sind
  • wenn wir das Gute im Anderen sehen statt zu werten, zu bewerten, zu entwerten
  • wenn wir mitfühlend und empathisch sind statt nur unsere eigene Befindlichkeiten zu bedienen
selbstwertgefuehl

Omega-Symbol SELBSTWERTGEFÜHL

Es gilt im Leben die Balance zwischen dem narzisstisch-egoistischem „ich-liebe-nur-mich-und-sorge-mich-zuerst-um-mich-selbst-denn-ich-bin-der-wichtigste-überhaupt“ und dem ungesunden, sich  selbst aufgebenden „ich-bin-immer-nur-für-die-anderen-da-und-aus-diesem-geben-beziehe-ich-etwas-für-mich-selbst“, zu finden. Die Balance heißt SELBSTWERT, diesen gilt es in uns zu finden. Selbstwert kann uns niemand signalisieren oder geben, es kann ihn uns auch keiner nehmen. Wenn unser Selbstwert gut in Balance ist, wird vieles im Leben einfacher, einfach dadurch, dass uns vieles nicht aus unserer inneren Balance zu werfen imstande ist. Wir ruhen in uns.

Ein guter Selbstwert schützt uns vor den Schmeicheleien, Manipulationen, den Angriffen und Entwertungen durch narzisstische Mitbürger oder lässt uns diese zumindest im Nachhinein erkennen. Ein guter Selbstwert lässt uns Abstand halten wo dies nötig ist. Er verhindert aber auch die ungesunde Selbstaufgabe, die nur dazu dient, Anerkennung und Liebe zu bekommen.

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