Projekt „Sonnenkinder Indiens“

sonnenkinder_indiens_klSaloni stellt sich vor:

Mein Name ist Saloni Grover, ich bin in Indien geboren und habe dort einen Teil meines Lebens verbracht. Ich habe zwei Kinder Drishti und Dev und bin verheiratet mit meinem Mann Ajay. Seit 15 Jahren leben wir in Österreich in der schönen Stadt Wien.

Im Laufe eines Lebens gibt es oft Begegnungen mit Menschen die sehr berühren und nicht mehr loslassen. So erging es mir, als ich während meines Studiums, im Jahr 1995 zum ersten Mal im Rahmen eines Praktikums mit Straßenkindern in den nördlichen Slums in Delhi gearbeitet habe. Zu Beginn konnte ich mir nicht vorstellen, dort zwei Monate tagtäglich hinzugehen und zu arbeiten. Es war für mich eine große Überwindung. In einem Team von fünf Personen arbeitete ich gemeinsam mit den Kindern an vielen Problemen und Themen wie:  Gewalt, Betteln im großen Stil, Missbrauch an Kindern, Vergewaltigungen, Verletzungen aller Art und Diebstähle, die an der Tagesordnung waren und zum Überleben notwendig sind, begleiteten uns immer und immer wieder. Das Ende des Praktikums rückte näher und schließlich kam der Tag, an dem ich meine „Sonnenkinder“ verlassen musste – dennoch blieben sie, ihre Geschichten, ihr Leben bis heute in meinem Herzen. Ich habe es mir zur Lebensaufgabe gemacht, diese Kinder in der Zukunft weiterhin zu unterstützen und zu besuchen.

indien_gifIm Jahr 1998 immigrierte ich nach Österreich, doch die Gedanken an meine „Sonnenkinder“ ließen mich trotzdem nicht los. Also begann ich gemeinsam mit meinem Freundeskreis und Arbeitskolleginnen und -kollegen Gegenstände zu sammeln mit denen man den indischen Straßenkindern eine Freude machen konnte. Mit viel Mundpropaganda und speziellen Aktionen wie Kochkursen oder dem Verkauf von indischem Schmuck wurden bereits einige Geldspenden gesammelt.

Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, jedes zweite Jahr nach Indien zu fliegen, die Kinder zu besuchen und vor Ort gesammelte Spenden (Geld, Kleider, Stofftiere, Stifte, Decken, etc.) auszuteilen. Im heurigen Sommer waren wir in insgesamt 5 Städten unterwegs (Delhi, Agra, Jaipur, Mandawa und Puscker). Uns war es wichtig dort zu spenden, wo wir den stärksten Bedarf sahen. Begleitet wurde ich von meinem Mann und meinen beiden Kindern. In Delhi haben wir unter Autobahnen und Brücken Kinder getroffen, welche bei roten Ampeln kleine Dinge an die stehenden Autofahrer verkaufen. Diese Kinder wurden von uns mit Obst unterstützt. In Jaipur, Agra und Rajasthan haben wir nach Bedarf Äpfel und Säfte verteilt. In Pusker und Mandawa, suchten wir die Gebiete auf, in denen die Unterschicht der Bevölkerung lebte. Diese Menschen benötigten jegliche materielle Unterstützung, da diese von der Gemeinde und Gesellschaft wenig bis gar nichts bekommen. Insbesondere haben sich diese Menschen über die Wiener-Wohnpartner-Kugelschreiber gefreut, wie z. B. Sabjiwala, ein Gemüseverkäufer oder ein junger Bub, der die Schuhe anderer für sehr wenig Geld putzt.

Besonders in einem der Slums von Malviya Nagar wurde uns die fehlende medizinische Versorgung für Kinder vor Augen geführt. Um einige Mütter in dieser Not zu unterstützen, gaben wir jeder Familie € 10 (800 indische Rupien) um die Kinder ärztlich versorgen zu lassen.

Nun möchte ich noch über die sogenannten „Müllkinder“ erzählen. Diese Kinder sind darauf angewiesen, in den Müllhäfen Indiens zu arbeiten indem sie den massenhaften Müll sortieren. Diese riesengroße Fläche mit bunt gemischtem Müll enthält sehr giftige Dämpfe welche dazu beitragen, dass diese Kinder eine sehr niedrige Lebenserwartung haben. Trotzdem sind diese Kinder Kämpfer! Sie versuchen das Beste daraus zu machen und arbeiten sich Tag für Tag durch diese Berge von Müll. Auch sie wurden von uns unterstützt mit Kleidungstücken und Stofftieren. Wie auch andere Schichten haben die Müllkinder mit kleinen Geschenken eine große Freude und können mit allem etwas anfangen, da sie so gut wie nichts besitzen.

Während der Verteilung von materiellen oder finanziellen Spenden, konnte ich immer wieder die unschätzbare Dankbarkeit in den Augen der bedürftigen Menschen erkennen. Sie wollen einfach nur leben, überleben und Mensch sein! Man sieht, wenig kann auch mehr sein. Gemeinsam können wir viel bewirken! Das ist meine Motivation um mein Projekt voran zu treiben. Es mag vielleicht nur ein salziger Tropfen im großen Meer sein, aber auch dieser zeigt seine Wirkung, wenn ich in die Gesichter der bedürftigen Menschen blicke. Diese Tätigkeiten sind emotional eine Herausforderung, die uns Menschen auf den Boden der Realität zurückbringt und unsere Sorgen auf einmal gar nicht mehr so groß aussehen lassen. Meine Familie und ich werden weiter an unserem Vorhaben arbeiten. Ein neues Projekt dient der finanziellen Unterstützung eines kleinen Mädchens. Ziel ist es ihren zukünftigen Schulbesuch zu sichern und ihr den Alltag anhand von Geldspenden zu erleichtern.

Jeder kann einen kleinen Teil dazu beitragen, damit es diesen Kindern besser geht. Sie einfach aus der Gesellschaft zu streichen ist nicht möglich, man soll hinschauen, denn Kinder sind unsere Zukunft und wir müssen ihnen helfen. Schließlich hat jeder von uns eine soziale Verantwortung.

Meine nächste Reise nach Indien wird im Jahr 2015 stattfinden. Wer mitmachen möchte, kann mich gerne unter „astrosaloni(at)yahoo.com“ kontaktieren. In der nahen Zukunft träume ich von einem eigenen Verein. Vielleicht schaffe ich es in 5 Jahren, wenn meine Kinder etwas älter sind.

Anbei eine grobe Kostenaufstellung des Jahres 2013:

  • insgesamt konnten € 400 an Spendengeld eingesammelt werden
  • € 60,- Spende für eine Schule für Blinde Kinder
  • € 60,- Spende für Halbwaise Kinder
  • € 106,- Spende für den Verein Butterfly, ein Straßenkinder Verein
  • € 60,- Einkauf von Obst und Säften
  • € 100,- Spende für kranke Kinder, welche eine medizinische Versorgung benötigen
Warum mir dieses Projekt so ein Anliegen ist:

Weil jeder von uns einen kleinen Anteil dazu beitragen kann, dass es diesen Kindern besser gehen kann. Man soll nicht auf die Kinder vergessen und man soll hinschauen. Wir alle haben eine soziale Verantwortung und die Kinder sind unsere Zukunft und man muss ihnen helfen. Ich habe hier mehr Möglichkeiten, diesen Kindern zu helfen, als in Indien.

So begeistere ich andere für mein Projekt:

Durch Erzählungen. Ich habe Lehrkochkurse gemacht und die Spenden der Teilnehmer habe ich gespendet. Zu Gebietsbetreuungszeiten habe ich Schmuck verkauft, welchen ich sammle. Ich mache auch intern Spendenaufrufe.

Kooperationspartner/Organisationen, mit denen ich im Rahmen dieses Projekts zusammenarbeite:

Mein Bruder, mein Schwiegervater, mein Mann, meine Kinder (es werden auch materielle Sachen gespendet).

Wie kann man dieses Projekt unterstützen? (Spenden, ehrenamtliche Hilfe etc.):

Hauptsächlich Spenden. Wenn jemand nicht spenden kann, nehme ich auch kleine Spielzeuge, Bleistifte, Gewand etc. Für mich ist es wichtig, dass dieses Thema in unser aller Bewusstsein ist und wir alle können helfen.

Namaste
Saloni

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