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Was für eine Enttäuschung!
von Gabriele Rudolph Notizen am Freitag, 28. Juni 2013 um 13:11

Als junge Frau war ich sehr unglücklich. Dann fing ich an, mich selbst und das Leben zu entdecken und jedes neue Jahr war schöner als das Vorige.
Bis zu meinem 42igsten Lebensjahr.
Da wurde der Körper erstmals krank. Erst war da starker Widerstand, dann mehr und mehr Ergebenheit.
Kürzlich sah ich, dass bei mir die Vorstellung war, dass ich auch weiterhin jedes Jahr glücklicher sei, dass mein Körper weiterhin gesund und verlässlich sei und alles immer schöner und besser würde.
Stattdessen nahm mir das Leben die letzten Jahre Illusionen, an denen ich sehr hing: eine Partnerschaft, die Hoffnung auf eine Neue, als ich diesen Verlust betrauert hatte, der Glaube an ewige Gesundheit und Schaffenskraft.
Was bleibt?
Die Stille, das Nichtwissen – „mein“ einziges, verlässliches Zuhause -, die Auseinandersetzung mit dem Tod und dem Thema Machtlosigkeit, Ergebenheit, eine tiefe Wertschätzung für jeden unwiederbringlichen Moment und für die Menschen, die mich in den schwierigsten Momenten begleiteten, ein immer intensiveres Kennenlernen „meiner selbst“, viel Mitgefühl für Menschen in ähnlichen Situationen, Zurückgeworfensein auf Wesentliches und immer häufiger auch die Bereitschaft, sich von unfreundlichen Gedanken ab- und sich der Stille oder Menschen/Situationen zuzuwenden, die „meiner“ Aufmerksamkeit bedürfen.

(aus „Der Ruf nach Hause“, siehe unter www.einfachnursein.de)

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